Kunst aus Bio - Materialien

 

mit neuartigen, sichtbaren biologischen Effekten

 

 

Sämtliche Gemälde von Hans-Jörg Hamann, der seine Werke mit „Jörg Ha Nam“ signiert, sind mit rein biologischen Materialien gemalt. Auf einer bewusst unbehandelten Baumwoll-/Leinenbespannung benutzt der Künstler recycelte Farbsubstanzen, die er biologisch ergänzt und zu Malsubstanzen umfunktioniert. Sie dienen Hamann zunächst in der von ihm entwickelten und patentierten ökologischen und zu 100 Prozent abwasserfreien Jeans-Veredelung, die als Textilveredelungs-Technologie eine Alternative zur derzeit größten textilen Umweltsünde „Blue-Denim“ darstellt und als solche bisher weltweit einmalig ist, als natürliche Hilfsmittel zur Bearbeitung des Jeansstoffs.

 

 

Biologisch

 

Die biologischen Eigenschaften der Malsubstanzen, natürliche Zersetzung unter der Einwirkung von Luftfeuchtigkeit beispielsweise, „gefriert“ der Künstler zu einem bestimmten Zeitpunkt ein, indem er das Gemälde mit einem transparenten Schutzlack beschichtet. Er versiegelt dabei einzelne Flächen eines Gemäldes zu unterschiedlichen Zeitpunkten, je nachdem, wie sie künstlerisch betont werden sollen: Die natürliche, biologisch-chemische Reaktion der naturbelassenen Substanzen mit der Umwelt und ihr Fortschreiten ist ausschlaggebend für den Zeitpunkt, an dem ein Bild/Bildausschnitt versiegelt wird. Meist beginnt Hamann mit dem schrittweisen Versiegeln etwa eine Woche nach Fertigstellung eines Gemäldes, weil er den Farben natürliche Lebenszeit (bio-chemische Reaktionszeit) verschaffen will.

 

Natürlich

Um die natürlichen Eigenschaften der einzigartigen Farben zu erhalten, müssen sie speziell behandelt werden: Schon der Malgrund bleibt natürlich, das heißt, Hamann grundiert die Baumwolle oder Leinen nicht. Die Malsubstanzen werden rein benutzt, ohne jegliche Beimischungen, die technisch ohne weiteres möglich wären. So erreicht der Künstler, dass sich die von Natur aus nicht deckenden Bio-Farben sowohl von vorn als auch von der Rückseite des Gemäldes mit Licht beeinflussen lassen. Selbst übereinander geschichtet, sind sie noch transparent, so dass künstliches oder natürliches Licht aus der Umgebung, ja selbst von einer möglicherweise eingerichteten Hintergrundbeleuchtung, die Gemälde stets neu wirken lässt. Im Wechselspiel des Lichts leuchten die biologischen Farben lebendig – ein Effekt, der bisher einzigartig in der Kunstszene ist. Aus ihrer Transparenz ergibt sich eine weitere künstlerische Spezialität, die der Maler Hamann jahrzehntelang entwickelte: die bewusst eingesetzte Unschärfe, die sich sowohl auf den Gemälden als auch den Öko-Jeans aus Ha Nam zieht. Zugleich entstehen mit dem Übereinanderschichten der Substanzen einmalige Tiefen auf den Gemälden.

Essbar


Nachdem die übrigens essbaren Veredelungssubstanzen (in der herkömmlichen Jeans-Produktion werden hierzu teilweise hochgiftige Substanzen eingesetzt) als Feststoff zurückgewonnen sind, lässt sich mit ihnen auf natürlichen Maluntergründen aus Baumwolle oder Leinen ebenso wie auf Wänden malen (Inneneinrichtung).